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Und plötzlich gehörst du ihm

ZWEITER TEIL (S. 138-139)§Während der ersten Tage, in denen Mike im Gefängnis saß, wusste ich rein gar nichts mit mir anzufangen. Jeder ging davon aus, dass ich ihn vermisste, und daher gaben sich alle Mühe, mich aufzumuntern. Doch ich vermisste Mike wirklich nicht. Verzweifelt suchte ich nach einem Weg, wie ich mich aus dieser Situation befreien konnte. Wahrscheinlich hatte Mike das bereits bedacht, bevor er ins Gefängnis kam. Er hatte alles so eingerichtet, dass ich nicht fliehen konnte. Dass er dabei unschuldige Leute mit hineinzog, war ihm völlig egal. §Im Haus gab es nichts zu essen. Das Einzige, wofür Mike gesorgt hatte, war ein Aufseher für mich. Obwohl Mike dem Bäcker verboten hatte, mir weiterhin Brot für den Hund zu geben, bekam ich ab und zu doch einen Kanten oder Brotrinden von ihm. Ich sah deutlich, dass der Mann Mitleid mit mir hatte. Wenn Kelly kam, brachte sie weiterhin jedes Mal zwei Stullen mit Schmierkäse für mich mit. Manchmal ging ich gegen Mittag bei Barbara vorbei, die in der Nähe wohnte. Natürlich konnte ich dort nicht jeden Tag essen. §Aber wenn ich dort war, schmeckten die Butterbrote mit Käse und Marmelade, die ich von ihr bekam, umso besser. Ich half ihr ein wenig beim Abwasch, und ging dann mit vollem Magen wieder nach Hause. Hin und wieder besuchte ich meine Mutter. Obwohl unsere Beziehung schwierig war, überwand ich meinen Widerwillen, mit ihr zu reden, denn die Verlockung, ein Butterbrot oder etwas anderes zu essen zu bekommen, war groß. Sie sagte jedes Mal: §"Du kannst so oft bei mir essen, wie du willst, aber Geld bekommst du nicht. Ich weiß, dass Mike es dir abnimmt und Bier davon kauft. Das möchte ich nicht, verstehst du?" Natürlich verstand ich es und war sogar froh darüber. Sie hatte Recht, das Geld würde zu ihm gelangen, und ich hätte nichts davon. Einmal hatte ich auch bei meinem Vater gegessen. Seine Frau hatte eine große Schüssel Makkaroni gemacht. Ich hatte die ganze Schüssel leer gegessen. Mein Vater und seine Frau machten große Augen, als sie mich so reinhauen sahen. Eigentlich wollte ich auch mit ihnen keinen Kontakt haben, doch da ich solchen Hunger hatte, nahm ich ihre Einladungen zum Essen gern an.
EAN/ISBN : 9783838704623
Im Programm von: Bastei Lübbe E-Books
Stichworte: Kinderprostitution, Berichte/Erinnerungen
Format: ePub/PDF

Autor(en): Groningen, Merel van - Plantiko, Axel
File Data

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